Werbeartikel sind beliebte Geschenke für Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter. Gerade kurz vor Weihnachten bieten sie eine elegante Möglichkeit, Nähe aufzubauen, das Branding zu stärken oder schlicht eine Freude zu bereiten.

Sie fragen sich, welche rechtlichen Grundsätze beim Verschenken von Werbeartikeln zu beachten sind? Wir haben die wichtigsten Rechtsbestimmungen für Sie zusammengestellt, damit der Freude am Schenken und am Beschenktwerden nichts im Wege steht.

Werbemittel und Compliance

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Hinweis 1: Werbemittel und Compliance

Das Verschenken von Werbepräsenten wird rechtlich durch sogenannte Compliance-Kodizes geregelt. Der Begriff Compliance beschreibt die Regelkonformität von Unternehmen gegenüber ethischen Richtlinien und Gesetzen. Letztere sind teils vom Gesetzgeber bestimmt, teils vom Unternehmen selbst aufgestellt. Sie umfassen auch den Aspekt der Beeinflussung durch persönliche Zuwendungen (Stichwort: Bestechung).

Erfreulicherweise gelten Werbeartikel als Geschenke an Kunden nicht als persönliche Zuwendungen, sondern vielmehr als kleine Aufmerksamkeiten. Daher sind Werbegeschenke im Grundsatz erlaubt. So besagt es der Kodex der Corporate Compliance.

Wie ist die Corporate Compliance des Unternehmens?

Insbesondere in der öffentlichen Verwaltung ist der Wert von Werbegeschenken ein wichtiges Thema. Prüfen Sie, welchen Wert das Unternehmen für Give-aways im Rahmen seiner Corporate Compliance erlaubt, damit der Beschenkte Ihr Werbegeschenk auch annehmen darf.

Hinweis 2: Werbeartikel vs. persönliche Zuwendungen – das ist zu beachten

Wie lassen sich erlaubte und nicht erlaubte Geschenke voneinander unterscheiden? Um Werbemittel und persönliche Zuwendungen voneinander abgrenzen zu können, hilft der folgende Vergleich:

Zweck von Werbemitteln:

  • Branding-Effekt verstärken
  • Bei Kunden, Geschäftspartnern und Interessenten im Gedächtnis bleiben
  • Positive Emotionen wecken

Zweck von persönlichen Zuwendungen:

  • Persönliche, rechtliche oder wirtschaftliche Lage des Empfängers verbessern
  • Mit einem besonders hohen Warenwert überzeugen

Ein wichtiger Aspekt der Abgrenzung ist der Wert des Geschenks. Die Corporate Compliance gibt hier eine Orientierung: Liegt der Preis nicht über 50 €, haben die Werbemittel einen sachgerechten Wert und sind als Geschenke an Kunden und Geschäftspartner unproblematisch.

Wichtig: Hierbei handelt es sich um eine Empfehlung, keine gesetzliche Regelung. Die 50 €-Grenze gilt pro Werbeartikel und ist kein Jahreswert, sondern auf den einmaligen Fall bezogen. Auch das Verschenken hochwertiger Werbemittel wie Bluetooth-Lautsprecher ist bedenkenlos möglich.

Gut zu wissen: Mit Genehmigung durch Vorgesetzte sind auch Geschenke mit einem Wert über 50 € möglich.

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Hinweis 3: Werbegeschenke & Versteuerung

Muss ich Werbeartikel versteuern? Die Antwort lautet auch hier: Es kommt auf den Wert an. Liegt ein Give-away preislich unter 10 €, zählt es laut Finanzamt als Streuwerbeartikel und ist somit nicht zu versteuern. In der Regel sind die folgenden Werbemittel steuerfrei:

Wichtig: Der Wert gilt pro Give-away – verschenken Sie beispielsweise auf einer Messe mehrere verschiedene Werbeartikel, addiert sich deren Wert nicht in der Berechnung.

Liegt der Wert eines einzelnen Werbemittels zwischen 10 € und 35 € bzw. bei den eigenen Mitarbeitern zwischen 10 € und 60 €, hat der Empfänger den Warenwert prinzipiell zu versteuern. Der Schenkende ist angehalten die Kontaktdaten des Empfängers festzuhalten. Umgehen lässt sich diese Regelung, wenn Sie als schenkendes Unternehmen eine freiwillige Pauschalsteuer von 30 % auf den Werbeartikel bezahlen. So erhält der Beschenkte ein für ihn steuerfreies Präsent.

Wichtig: Die 30 % Steuer zählen in den Wert des Werbemittels mit ein. Achten Sie darauf, die Grenze von 35 € bzw. 60 € inklusive Steuern nicht zu überschreiten.

Streuwerbemittel bis 35 € können ganz unkompliziert als Betriebsausgabe von der Steuer abgesetzt werden. Sinnvoll ist dabei, dass Sie die Werbegeschenke gesondert als Ausgabe dokumentieren.

Häufig wird die Frage gestellt, ob sich der Wert der Geschenke an Geschäftspartner auf 35 € netto oder brutto bezieht? Grundsätzlich ist zunächst der Netto-Wert gemeint (Anschaffungskosten). Wird die Pauschalsteuer von 30 % jedoch freiwillig gezahlt, ist dieser Wert mit einzubeziehen.

Werbeartikel über 35 € als Geschenke an Geschäftspartner und Kunden (bzw. über 60 € an Mitarbeitende) gelten als Entnahme des Betriebsvermögens und nicht mehr als steuermindernde Betriebsausgaben. Aber auch hier gibt es Dank der Pauschalsteuer die Möglichkeit, dass die Empfänger die Präsente nicht versteuern müssen.

Hinweis 4: Kennzeichnung von Werbeartikeln

Bestimmte Produkte erfordern „von Natur aus“ eine entsprechende Kennzeichnung. So sind beispielsweise bei Lebensmitteln die Zutaten- und Nährwertangaben notwendig. Das gilt auch, wenn es sich hierbei um Werbeartikel handelt. Verschenken Sie daher nur abgepackte Produkte, die Sie beispielsweise in einem speziellen Werbeartikel-Shop erworben haben. Hier können Sie sich auf die korrekte Kennzeichnung verlassen.

Zusammenfassung & Checkliste

Aus den genannten Hinweisen lässt sich die folgende Checkliste zusammenstellen, die Sie vor der Wahl Ihrer Werbemittel als Geschenke an Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter durchgehen können:

  • Welchen Wert hat der Werbeartikel?

Präsente bis zu 50 € sind im Hinblick auf Compliance unbedenklich.

  • Muss ich den Werbeartikel versteuern?

Give-aways unter 10 € gelten als Streuartikel und sind grundsätzlich steuerfrei, höherpreisige Artikel können mit einer Pauschalsteuer (30 %) veranschlagt werden, um den Empfänger von der Steuerpflicht zu befreien.

  • Kann ich den Werbeartikel von der Steuer absetzen?

Liegt der Wert unter 35 €, können Sie die Ausgaben für Werbepräsente als Betriebsausgabe absetzen.

  • Besteht für das gewünschte Werbemittel eine Kennzeichnungspflicht?

Diese Regelung gilt z. B. für Lebensmittel. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie die Geschenke direkt in einem Werbeartikel-Shop bestellen. Hier können Sie sich auf korrekte Kennzeichnungen verlassen.

Fazit: Wer die rechtlichen Bestimmungen kennt, kommt mit Werbeartikeln zum Erfolg

Wenn Sie die geltenden, rechtlichen Regelungen beachten, können Sie die Vorzüge von Werbeartikeln bedenkenlos nutzen. Wichtig ist dabei, den Wert der einzelnen Give-aways im Blick zu haben und die entsprechend geltenden steuerlichen Grundsätze sowie Kennzeichnungspflichten zu beachten. So können Sie sowohl mit günstigen Werbemitteln als auch mit höherwertigen Präsenten Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter begeistern.

Wichtig: Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar, für die Richtigkeit der Angaben dieses Artikels übernehmen wir keine Garantie. Bei Unsicherheiten empfehlen wir Ihnen eine anwaltliche Rechtsberatung zu allen Fragen rund um das Thema Werbeartikel.